Geschichte des heutigen Kantonsspitals Laufen und früheren Feningerspitals
Gründung
Am 29. Januar 1869 wurde der Grundstein für die mittlerweile über 130-jährige Geschichte
des heutigen Kantonsspitals Laufen und früheren Feningerspitals gelegt. An jenem
denkwürdigen Tag setzte der damalige Laufener Regierungsstatthalter und Arzt, Dr. Joseph
Conrad Gabriel Feninger (1785 – 1869), den Amtsbezirk Laufen zu seinem Universalerben
ein – mit der Auflage, in seinem Wohnhaus ein Spital zu gründen.
Zwar besass die Stadt Laufen seit dem Jahre 1706 bereits eine spitalähnliche Einrichtung –
„Spitalhäuslein“, später „Spitählin“ – die jedoch von Anfang an ungenügend war und wohl eher
dazu diente, den Armen ein Dach über dem Kopf zu bieten.
Nun sollte der Bezirk Laufen das erste richtige Spital erhalten. Bereits im Jahre 1870 wurde
der Umbau beschlossen und bis 1871 durchgeführt. Am 1. Mai 1872 wurde das Spital,
zunächst nur für dringende Fälle, eröffnet. Im Jahre 1876 übernahmen zwei Schwestern des
Diakonissenhauses Bern die Krankenpflege, und ab 1895 verrichteten die Schwestern aus
dem Kloster Ingenbohl ihre charitative Tätigkeit am Feningerspital.
Der lange Weg zu einem Neubau
Bereits im Jahre 1907 tauchte erstmals der Gedanke auf, die alten Spitalgebäude zu
veräussern und ein neues Spital mit etwa 30 – 35 Betten zu errichten. Doch fand dieser Plan
kein weiteres Echo. 1931 wurde erneut lebhaft über bauliche Änderungen diskutiert, jedoch
kam man zur Erkenntnis, dass sich die Ausgaben für Umbauten nicht mehr rechtfertigen
liessen, da das Spital den gewachsenen Anforderungen längst nicht mehr genügen konnte.
Aus der Diskussion ging hervor, dass man allgemein den sogenannten „Maiersacker“,
Eigentum der Einwohner- und der Stadtburgergemeinde, als den geeignetsten Ort für den
Spitalneubau erachtete.
Im Jahre 1942 teilte die Keramische Industrie Laufen mit, dass sie eine Stiftung errichtet
hätte, welche bezweckte, einen Neubau des Feningerspitals zu fördern. Im Jahre 1946
beschloss die Stadtgemeinde Laufen, das Land auf Maiersacker für den Neubau des Spitals
gratis zur Verfügung zu stellen. Es sollte noch weitere vier Jahre dauern, bis ein
realisierbares Bauprojekt vorgelegt werden und am 26. Januar 1950 der erste Spatenstich für
das neue Spital erfolgen konnte.
Am 18. Oktober 1953 wurde das neu errichtete Spital erstmals der Bevölkerung zugänglich
gemacht. Mit Glockengeläut der drei Pfarreikirchen wurden um 13.00 Uhr die Feierlichkeiten
eröffnet. Am 22. Oktober war es dann so weit: 28 Patienten konnten vom alten ins neue
Spital verlegt werden und um 11.00 Uhr bereits ihr erstes Mittagessen im neuen Spital
geniessen. Tage voller denkwürdiger Momente, geprägt von den unterschiedlichsten Gefühlen.
Aus den damaligen Berichten spricht der Stolz auf das neue Spital, auf dieses Monument
eines neuen Abschnitts für das ganze Laufental. Spürbar ist die Dankbarkeit gegenüber
Einwohner- und Bürgergemeinden sowie Industrieunternehmen der Region, die den Neubau
erst ermöglicht hatten, ebenfalls die Achtung vor dem Architekten, den Bauherren, den
Bauarbeitern und Handwerkern. In die Freude auf den beginnenden Abschnitt in der
Spitalgeschichte mischt sich jedoch auch Trauer über den Abschied vom alten
Feningerspital. Mit Sentimentalität erinnert man sich an die alten Zeiten und die im alten
Spital spürbare Verbundenheit mit dem Gründer.
Ausbau und Erneuerung
Mehr als 50 Jahre sind nun vergangen. Jahre, in denen sich vieles bewegt, angepasst,
verändert hat. So hat das Spital auf „Maiersacker“ bereits verschiedene Ären erleben dürfen
und hat in den vergangenen Jahren sein Gesicht einige Male verändert. Räume wurden neu
aufgeteilt, umgebaut, modernisiert, Stationen und Zimmer laufend den neuen Anforderungen
angepasst. Entsprechend der steigenden „Nachfrage“ aus der Bevölkerung musste der
Stellenplan immer wieder angepasst werden, was wiederum neue Arbeitsflächen und auch
Büros erforderte.
Stets war es ein Anliegen, auch dem Bedürfnis der Bevölkerung Rechnung zu tragen und der
steigenden Nachfrage zu begegnen. Im Juni 1988 erfolgte der Spatenstich zum Baubeginn
Anbau Süd, der eine Reihe von baulichen Veränderungen und Neubauten einleitete.
Im August desselben Jahres wurde mit dem Bau der geschützten Operationsstelle GOPS
(Zivilschutzanlage) begonnen. Bereits im Januar 1990 konnte der Anbau Süd, der fortan die
geriatrische Abteilung beherbergen sollte, eröffnet werden. Ein Jahr später, im Januar 1991,
konnte der Umbau Bettentrakt West abgeschlossen und im Juni desselben Jahres
anlässlich der Eröffnung des Neubaus GOPS ein Tag der offenen Tür gefeiert werden.
Nach Beendigung der Umbauarbeiten Bettentrakt Ost und Bezug der neuen Küche und
Cafeteria wurden die zahlreichen baulichen Veränderungen mit einem dreitätigen Spitalfest
vom 23. – 25. Oktober 1992 gebührend gefeiert.
Vom bernischen Bezirks- zum Baselbieter Kantonsspital
Am 1. Januar 1994 erfolgte der Übertritt des Laufentals zum Kanton Basel-Landschaft.
Das Feningerspital wurde in den Kreis der basellandschaftlichen Kantonsspitäler
aufgenommen und wurde in Kantonsspital Laufen umbenannt. Erneut hiess es, sich an neue
Gegebenheiten anzupassen. Gerade in den letzten zehn Jahren hat sich in der
Spitallandschaft enorm viel bewegt.
Von der rasanten technologischen Entwicklung in den vergangenen 50 Jahren sind Spitäler
ganz direkt betroffen, so auch das Kantonsspital Laufen. Kaum vorstellbar, dass noch vor ca.
15 Jahren dem ganzen Spital gerade ein Computer zur Verfügung stand! Und heute würde
ein Spital ohne stabile EDV kaum mehr funktionieren!
Im Juli 1999 konnte das Kantonsspital Laufen sein medizinisches Angebot noch erweitern.
Für die intensive Betreuung schwerkranker Patientinnen und Patienten sowie für die
Behandlung und Überwachung in der unmittelbaren postoperativen Phase wurde eine
interdisziplinäre Überwachungsstation eingerichtet.
Nun können wir auf „Maiersacker“ auf 50 Jahre Spitalgeschichte zurückblicken und stehen
gleichzeitig wiederum an einem Wendepunkt. Nach der Schliessung des Bezirksspitals
Breitenbach begrüssen wir ganz besonders die Thiersteiner Bevölkerung in unserem Spital.
Wir sind bestrebt, für die gesamte Region Laufental-Thierstein kompetente ärztliche,
diagnostische, pflegerische und therapeutische Betreuung anzubieten.
Gespannt blicken wir auf die nächsten Jahrzehnte Spitalgeschichte. Mit Engagement und
Zuversicht sind wir bereits dabei, die nächsten Kapitel zu schreiben. Alles unter dem Motto:
Möge also unser Spital allen, die das Schicksal zum Kranksein verurteilt,
zum Segen gereichen.
Aus „Gruss und Willkomm!“ zur Einweihung des neuen Bezirksspitals am 18. Oktober 1953,
Präsident des Verwaltungsrates: Regierungsstatthalter Melchior Kuntschen